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Reaktivierung der Kreisbahnstrecke


ZUSAMMENFASSUNG / Management Summary

Seit der Ankündigung von BM Möller im Februar 2020, gibt es keine weiteren Informationen zu dem Thema.

Eine erste Schnell-Analyse hat ergeben, dass die Reaktivierung sich nur dann lohnt, wenn grosse Mengen transportiert werden.

Die Mengen, die transportiert werden müssten lägen z.B. bei 100.000 Autos pro Jahr.

Die Wahrscheinlichkeit, dass z.B. ein TESLA-Werk nach Schenklengsfeld kommt, liegt bei NULL. In Eisenach ist bereits eine Infrastruktur aufgebaut. Dort wird gebangt, ob die Automobilindustrie bleibt.

Nachdem der Fall mittlerweile 10 Monate lang geprüft wurde, wäre es jetzt an der Zeit, mal eine Zwischeninformation zu bekommen.


Viele Aspekte der "Goldfischglas-Analyse" sind unten im Text besprochen.

Aus Zeitgründen wurden die Infos noch nicht in die Tabelle eingetragen.

Methodische Anmerkung:
An diesem Beispiel kann man gut erkennen, welche VORTEILE die Beantwortung der Fragen in einer Tabelle hat.


KERNFRAGEN

ANTWORTEN

Datum der

Erstbeschreibung

Januar 2020

STATUS

Idee, wird im Rahmen einer Machbarkeitsstudie fon Fachleuten geprüft

WER hat das Thema gestartet?

BM Möller

WER ist verantwortlich?

BM Möller

WER ist im Team?

BM Möller + Fachleute - KOSTEN ???

NEXT STEPS /

Nächste Schritte

Status Mitteilung auf der Bürgerversammlung im Sptember 2020

WAS soll gemacht werden?

Reaktivierung der seit 1995? stillgelegten Strecke der ehemaligen Hersfelder Kreisbahn.

WARUM soll es gemacht werden?

Ansiedlung von Gewerbe

WELCHE RISIKEN gibt es?

  • Investitionen in mehrfacher Millonenhöhe
  • Betriebskosten in Millionenhöhe
  • Menge des Transportgutes
  • Zustimmung aus Hohenroda und Philippsthal

WAS PASSIERT, wenn die Aktion NICHT durchgeführt wird?

Nichts, es sei denn eine Firma wie TESLA siedelt sich an und baut jährlich über 70.000 Fahrzeuge.

WIE wird das Projekt finanziert ?

???

WIE ist die Priorität nach der "Eisenhower Matrix?

Gemäß BM Möller wichtig und dringend.

Gemäß GV : ???

WIE ist das Projekt ORGANISIERT?

BM Möller

WAS sind die nächsten Schritte?


Ab WANN muss an WEN eskaliert werden?

Ab Bürgerversammlung 2020

WIE wird die Aktion kommuniziert?

Ausser der Ankündigung bisher nicht

WIE ist das Abstimmungsergebnis in der GV?

Es gabe keinen Beschluß der GV, das Projekt anzugehen. <= Muss noch verifiziert werden

Für die Gemeinde geleistet Arbeitsstunden

unbekannt

Kosten für Material

unbekannt

Bisherige GESAMT-KOSTEN für die bisherige Planung

unbekannt



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FACEBOOK-Eintrag in "Laenscheld2030" vom 23.02.2020


ERSTE SCHNELL-ANALYSE und daraus abgeleitet eine MEINUNGS-BILDUNG

Wenn die Angabe 1 Mio€ pro Bahnkilometer stimmen sollte, käme man auf 12 Mio€ allein für die Infrastruktur. Dann kämen noch Loks, Gebäude, Personalkosten u.s.w. dazu.

Wir reden also bei einer Abschreibungsfrist von min.30 Jahren von einem Investitionsvolumen in der Größenordnung von 20 Mio€.

Selbst bei diesen niedrig geschätzen Zahlen würde das Projekt ca. 650.000,-€ pro Jahr für den laufenden Betrieb verschlingen.

Gehen wir davon aus, dass im Handwerk ein Gewinn von 10% die Regel sein sollte, so bedeutet das, dass ein Handwerker für 10 Cent Gewinn 1,-€ Umsatz machen muss.

Rechnen wir zu den 650.000,-€ laufende Kosten pro Jahr 10% Gewinn hinzu, sind wir bei einem Minimalumsatz von 715.000,-€ pro Jahr.

Bei Kostensteigerungen in öffentlichen Projekten sollte man mit mindestens 1 Mio.€ rechnen. Das entspricht in etwa dem Kauf von 2-3 Fernlast-LKW, die auf öffentlichen Strassen fahren dürfen solange sie wollen.

Wenn man wüsste, wieviel K+S pro Achse und Bahnkilometer an die DB zahlt, könnte man die Tonnage hochrechnen, die benötigt würde, um den Betrieb langfristig zu finanzieren.

Als (nicht ganz ernst gemeinte) Alternativlösung könnte man ja auch Pläne machen, die Solz für die Binnenschifffahrt schiffbar zu machen und einen Binnenhafen am Baborn zu bauen. Dann könnte man Rathaus, Feuerwehrgerätehaus und Schiffahrtsamt in einem einzigen Gebäude unterbringen. (Sorry, das konnte ich mir nicht verkneifen.)

Ich liebe Visionen, aber ich mache eine klare Trennung zwischen Vision und Utopie.

Was aber viel problematischer als diese "lustige" Rechnung ist:

Was bedeutet es, wenn die Gemeinde innerhalb von 2 Jahren nicht in der Lage ist, die Lindenpumpe zu reparieren, eine verkehrsberuhigte Zone auf der Linde zu errichten oder eine Lösung für den Generationenhof zu finden, aber sich anschickt, ein solches Projekt in die Diskussion zu bringen?

Von welchen unbequemen Fakten will man durch diese "Nebelwerfer-Diskussion" ablenken?

Bei William Shakespeare hiesse das "Much Ado About Nothing" oder auf deutsch "Viel Lärm um Nichts."

Mir sind da noch ein paar Gedanken und Fragen gekommen.

Warum werden 20.000,-€ für ein Gutachten im Schenklengsfelder Haushalt eingestellt, wenn noch nicht einmal die BM von Schenklengsfeld und Hohenroda darüber gesprochen haben, geschweige denn sich einig sind, ob man die Bahnstrecke überhaupt erneuern sollte?

Philippsthal und die Deutsche Bahn haben ja auch noch ein Wort mit zu reden.

Wird für das Gutachten eine Ausschreibung durchgeführt oder wird es direkt an an ein Büro vergeben?

Welche Kriterien gelten bei einer Direktvergabe?

Langjährige Zusammenarbeit mit dem Bauamt? Persönliches Vertrauen im persönlichen Netzwerk? u.s.w.

Die Bürgerliste hatte noch versucht, mit einem Sperrvermerk für das Gutachten, das (vorläufig) Schlimmste zu verhindern.

Leider vergebens. Eines steht zumindestens bereits jetzt fest:

Wenn sich kein Gewerbebetrieb in Schenklengsfeld ansiedeln sollte, wird das mit absoluter Sicherheit daran liegen, dass Schenklengsfeld keinen Bahnanschluß hat.

Damit kann BM Möller folgerichtig auch nicht für mangelnde Gewerbe-Interessenten verantwortlich gemacht werden.

Wenn der Bahnhof nicht kommt, kann er auch kein Gewerbe ansiedeln. Super Plan,

Chapeau! Last not least:

Wenn wir heute am Tag plötzlich 30 Mio€ zur Verfügung hätten, und loslegen könnten, kämen erst einmal die ganzen Genehmigungsverfahren.

Der erste Spatenstich würde dann vermutlich nicht vor der Eröffnung des Flughafends Berlin BER gemacht werden können.

Nehme ich die Bauzeit der Strasse zwischen ev. Gemeindehaus und Konrode mit 2 Jahren als Kalkulationsgrundlage und lasse die Wasser, Abwasser, Elektro- und Gas-Leitungen weg, komme ich auf eine Bauzeit von mindestens 3-5 Jahren für die unzugänglichen 12 km.

Die erste Bahnverladung eines Schenklengsfelder Gewerbebetriebs würde ich altersbedingt nicht mehr erleben.

Schade. Die vom Verein angedachte Attraktion einer "Draisinen-Strecke" halte ich für sehr zielführend.

Selbst das marodeste Schienennetz wird eine Last von 1-3 Tonnen, die mit Muskelkraft bewegt werden, aushalten.

Eine 100 Tonnen-Lok auf der sehr steilen Trasse von Philippsthal nach Schenklengsfeld würde nach 30 Jahren ohne Pflege der Holz-Schwellen vermutlich noch nicht einmal bis Ransbach kommen.

Für Kranwagen auf der Schiene oder auf Rädern dürfte es auf der unzugänglichen Bahntrasse sehr schwer sein, an eine entgleiste Lok heran zu kommen; i

mmer in der Hoffnung, dass die Lok nur entgleist ist und nicht einen Abhang hinuntergekullert ist.

Noch eine Info für die Jüngeren: Europas größte Lok, der "HEG-Elch" konnte aus eigener Kraft keinen vollen Kalizug von Hattorf bis Schenklengsfeld ziehen.

Da musste die zweitgrößte Lok "der kleine Elch" immer Schubhilfe leisten.

Der Verbrauch lag so sagte man mir, bei ca 1.000 Litern von Hattorf bis nach Bad Hersfeld.

Da lauern also viele unkalkulierbare technische und finanzielle Probleme.

Verantwortungsbewusste, professionelle Projektarbeit sieht anders aus.

Aber "mangelnde Kommunikation" und "mangelnde Transparenz" hatte ich ja bereits als Kernprobleme Schenklengfelds bereits in früheren Posts heraus gearbeitet.

Wie gesagt: in meiner Erfahrung ist das eine politisch/psychologische "Nebelwerfer-Aktion" durch die von anderen Problemen abgelenkt werden soll.

Wie aus dem Lehrbuch der populistischen Politik.